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Musik aus dem Kloster für Herz und Seele - Konzert mit Werken von Ernest Weinrauch am 25. September | Drucken |
Geschrieben von: Administrator   
Montag, den 19. September 2011 um 20:39 Uhr

Zwiefalten - Davon, dass zum Erbe des  ehemaligen Benediktinerklosters Zwiefalten  außer dem grandiosen Münster und dem Bier nach Tradition der Mönche auch herrliche Musik gehört, kann man sich am Sonntag, dem 25. September um 17.00 Uhr,  überzeugen.  Beim 4. Weinrauchkonzert  in der Trägerschaft des Geschichtsvereins Zwiefalten werden im Zwiefalter Münster wieder Werke des Klosterkomponisten Pater Ernest Weinrauch  zu hören sein.

 

Seit genau einem Jahr proben die Sänger des  Weinrauch-Chores Zwiefalten  einmal im Monat neue Werke von Ernest Weinrauch ein. Dieser Chor ist ein reiner Projektchor, der sich ausschließlich den Werken dieses Komponisten widmet. Ernest Weinrauch, 1730 in Donauwörth geboren, als Schüler ins Kloster Zwiefalten gekommen und dort mit der Profess 1748  Mönch geworden,  gehört zu den Komponisten der oberschwäbischen Klöster, die hochwertige Musik für ihre Kirchen geschrieben haben und nach der Säkularisation 1803 dem Vergessen anheim gefallen sind. Wer die Musik der frühen Wiener Klassik, also Musik von Joseph Haydn und W.A. Mozart liebt, wird auch die Musik von Ernest Weinrauch schätzen. Im Gegensatz zu den Werken dieser zwei Komponisten müssen die Noten jedoch erst mühsam aus den alten Handschriften erstellt werden.

 

Dr. Torsten Augenstein, der auch eine Dissertation über Weinrauch verfasst hat,  hat sich dieser Herausforderung gestellt - ist es doch eine gewaltige Arbeit, moderne  Noten für die  Aufführungspraxis, Partituren für Solisten und Dirigenten, für den Chor und  die einzelnen Orchesterstimmen zu erstellen.

 

Doch Weinrauchs  Musik ist alle diese Mühen wert. So sind viele Chormitglieder neu  dazugekommen, weil ihnen seine  Musik einfach gefällt und sie gern dabei mitsingen: der Chor ist aus kleinen Anfängen auf 52 Sängerinnen und Sänger angewachsen. Alle sind schon bei den Proben berührt von der  echten Gläubigkeit des Komponisten.

 

Großes nahm sich der Chor für das neue Konzert vor: die Missa solemnis in C-Dur, die Psalmvertonung "Nisi Dominus" und das Offertorium "O Domus alma". Großes auch deshalb, weil der Messe manchmal der Name "Große Messe" gegeben wird- und sie wird von der Ausgestaltung und der Länge diesem Namen fürwahr gerecht!

 

Bei "O domus alma" zeigt sich deutlich die Besonderheit des Zwiefalter Weinrauchchors. Nicht nur beim Chor singen Sänger aus unserer Partnerstadt La Tessoualle mit, sondern von den zwei Sopransolistinnen stammt eine ebenfalls aus Frankreich: Frau Lydia Jai-Deschamps, die auch den Chor dort einstudiert.

 

Überhaupt La Tessoualle: Waren bisher nur einzelne Sänger des dortigen Chors bei den früheren Konzerten beteiligt, so kommt diesmal nicht nur der gesamte Chor zu unserem Konzert in Deutschland, sondern in La Tessoualle ist man so von Weinrauch begeistert, dass erstmalig  zwei Konzerte in La Tessoualle und Cholet, der Nachbarstadt, organisiert werden. Ein großer Teil des Zwiefalter Chores und eine Sängerin aus Ohorn fahren vom 29.9. bis 3.10. zum dortigen Konzert nach  La Tessoualle.

 

Über diesen Erfolg seiner Musik wäre Ernest Weinrauch, der bescheidene Mönch aus Zwiefalten, wohl erstaunt und erfreut gewesen.

 


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