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Die Musik P. Weinrauchs und seines Umfeldes besitzt in weiten Teilen eine eigene musikalische Ästhetik. Häufig deckt sie sich nicht mit der viel bekannteren, so genannten „Wiener Klassik“. Sie geht oft andere Wege und hat mehr mit der Musik des „empfindsamen Stils“ eines Carl Philipp Emmanuel Bachs (1714-1788) oder der „Mannheimer Schule“ aus der Zeit des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz (1724-1799) gemeinsam. Zudem sind Einflüsse des in Salzburg wirkenden Johann Michael Haydn (1737-1806) unverkennbar, der mit den oberschwäbischen Reichsklöstern in Kontakt stand. Weinrauchs bisher frühest datierbare Komposition, die Vertonung des Psalms 129, De profundis trägt im Titel das Jahr 1761. Das Stimmenmaterial liegt in der Musikbibliothek des Klosters Ottobeuren. Die nächste Komposition mit Datumsangabe, das Offertorium de una virgine „Veni sponsa Christi", nennt im Titel das Jahr 1763. Die Komposition ist aus dem Bestand des ehemaligen Klosters Isny erhalten. Ob P. Weinrauch bereits früher komponiert hat, bleibt ungewiss, da er aber bereits am 1. Januar 1748 Profess abgelegt hatte und seine Primiz am 6. Januar 1755 feierte, ist anzunehmen, dass seine kompositorische Tätigkeit nicht erst mit der Amtsübernahme zu Beginn der 1760er Jahre — und damit in der Mitte seines Lebens mit 30 Jahren — einsetzte. Das überlieferte Repertoire deckt nahezu alle damals üblichen Sparten der Vokalmusik ab. Neben Vertonungen zum Ordinarium Missae (Messen, Requiem), Offertorien, Vespern, Marianischen Antiphonen, Psalmen, Stabat mater etc. hat P. Weinrauch zwei deutschsprachige Oratorien verfasst: Kain und Abel, das in Zwiefalten vor einigen Jahren in bearbeiteter Fassung aufgeführt wurde und das Passionsoratorium Die Geislung Christi. Zudem schrieb er Musik zu so genannten Schulspielen oder Schuldramen, opernhafte Schauspiele für die Klosterschule und das Kolleg Ehingen.
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