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Von Ernest Weinrauchs Wirken innerhalb des Klosters geben nur wenige Dokumente ein zeitnahes Zeugnis. Sicher ist jedoch, dass zu seinen Pflichten auch die musikalische Ausbildung der Klosterschüler gehörte. Weinrauch muß ein Lehrer von außergewöhnlichem Format gewesen sein, der den Schülern eine Ausbildung vermittelte, die das übliche Maß klösterlichen Musikunterrichts weit übertraf. So gingen der spätere Ottobeurener Komponist P. Conrad Bagg und Conradin Kreutzer, der seit 1789 Unterricht erhielt, aus seiner Schule hervor.
Obgleich P. Weinrauch keines seiner Werke drucken ließ, war seine Musik weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt. Die Verbreitung seiner Werke reichte bis in das entfernte Mariazell in der Steiermark oder nach Disentis in der Schweiz. Ebenso wurden seine Musikwerke in den Klöstern im Schwarzwald, nachweislich in der Abtei St. Peter gespielt. Neuere Forschungsergebnisse zeigen sogar, dass ihre Verbreitung bis nach Polen und Ungarn reichte. Reichsfreiherr Franz Friedrich Sigismund August Böcklin von Böcklinsau (1745-1813), u.a. Kammerherr im Dienst Herzog Carl Eugens, rechnet P. Weinrauch in seinen 1790 herausgegebenen Beyträgen zur Geschichte der Musik: besonders in Deutschland unter die „bekannten guten" Kirchenmusiker seiner Zeit.

Mit Sicherheit dienten die Kompositionen P. Weinrauchs anderen Musikern als Muster für eigene Werke. Dies zeigt sich etwa in der Musik des Benediktiners P. August Violand (1750-1811), der im Kloster St. Trudpert im Münstertal bis zu dessen Auflösung wirkte – Zwiefalten und St. Trudpert standen im 18. Jh. in engem Kontakt. P. Violands Werke ähneln in Details je­nen P. Weinrauchs, sodass hier von einem direkten Einfluss ausgegangen werden kann.


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